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Hildisburg

Informationen zur Hildisburg

Fährt man die Kreisstraße von Stockach nach Zoznegg, öffnet sich nach der Berlingersiedlung das Burgtal. Es wird im Westen beschlossen von einem exponierten, bewaldeten Bergkegel. Hier stand, südöstlich und etwas tiefer eines Plateaus (160 x 65 Meter), die Hildisburg. Sie muss ziemlich klein gewesen sein, wahrscheinlich bestand sie nur aus einem Burgturm.

Vom Freizeitplatz Besetze führt ein sanft ansteigender Waldpfad oberhalb des Burgtals Richtung Westen. Biegt man nach Süden ab, trifft man auf den Hildisburgweg, der rund um das Plateau führt. Südlich fällt das Plateau in einer Steilkante ab und zeigt eindrucksvoll seinen Aufbau aus Molassefels.

Mit dem Auto auf der Kreisstraße K 6180 Richtung Zoznegg. Beim Weiler Besetze (grünes Straßenschild auf der rechten Seite) nach links abbiegen, rechts und wieder links einen unbefestigten Weg hoch in den Wald zum Parkplatz Besetze (mit Schutzhütte und Grillstelle).

Zu Fuß geht man ein Stück die Fahrstrecke zurück und biegt nach rechts in den Weg entlang des Waldrandes ein. Vorbei an senkrechtem Molassefels und hohen Buchen bleibt man auf diesem Weg (nicht nach links abbiegen), bis man auf den ehemaligen Postweg trifft. Hier geht es geradeaus weiter und man hat immer wieder schöne Ausblicke ins Burgtal, auf die Hildisburg und die Bergrücken des Bodanrück. Bei der nächsten Kreuzung geht man nach links weiter, abwärts, bis man auf den Hildisburgweg trifft (Holztafeln). Der Hildisburgweg ist ein Rundweg. Geht man vom Standort nach rechts, immer auf der Höhe bleiben. Nach dem Blick auf die Steilkante des Plateaus, wo ehemals die Burg stand, fällt der Rundweg leicht ab, der Wald öffnet sich und man schaut wieder ins Burgtal - von der anderen Seite.

Hier kann man entweder den Rundweg beenden und denselben Weg zurück nehmen oder man geht über die geteerte Straße durch die Gehöfte, hält sich dann rechts auf einem schmalen Weg und stößt ebenfalls wieder auf den Hinweg. (5 km).

Dr. Fredy Meyer hat in seinem Beitrag im "Hegau Jahrbuch 2004" des Hegau Geschichtsvereins "Die Hildisburg - Ein fast vergessenes Kulturdenkmal vor den Toren von Stockach" die geschichtlichen Spuren der Hildisburg verfolgt. Er vermutet, dass die Hildisburg von den Grafen von Nellenburg erbaut wurde. Sie (die Hildisburg) liegt, was auch Johann Nepomuk Raiser betont, "unfern der Landstraße nach Meßkirch" an der alten, schon von den deutschen Kaisern und Königen benutzten Verkehrsverbindung zwischen den Pfalzen Zürich, Bodman und Ulm, gewissermaßen "vor der Haustür" von der Stockach, und war damit für die Sicherheit von Stadt und Landschaft von großer Bedeutung.

An der Hildisburg vorbei, durchs Burgtal, führte ursprünglich auch der alte Postweg nach Zoznegg in Richtung Meßkirch. Meyer vermutet, dass man, so wie man von der Nellenburg das Vorfeld der Stadt nach Süden sicherte, von der Hildisburg aus den "von Norden, von der oberen Donau über Stockach in Richtung Süden fließenden Verkehr" kontrollierte. Heute sind auf dem kleinen 10 x 6 Meter großen Burgstandort keine Reste mehr der ehemaligen Ritterburg zu sehen. Die Mauern dienten in der Vergangenheit den Anwohnern im Burgtal und Stockach als Steinbruch.

Hans Wagner berichtet in seinem Buch "Aus Stockachs Vergangenheit" über den Wiederaufbau des Salmansweiler Hofes nach 1704: "Die Steine hierzu ließ der damalige Obervogt Johann Andrä Egenroth von der Burgtaler, den Sand aus der Münchhöfer Gemarkung holen; um landesherrliche Vorbehalte hinsichtlich der Hildisburger Steine kümmerte er sich nicht". (Aus Stockachs Vergangenheit, S. 100)

Fredy Meyer weist darauf hin, dass auch das Stockacher Stadtgefängnis und das Fundament der Stockacher Bürgerschule mit Steinen der Hildisburg gebaut wurden.

Molassefels

"Als Stockach im Meer lag" schwemmten Flüsse Sande und kleinstes Gestein aus den nördlichen Alpen in das Meeresbecken, das von Genf bis Wien und von Ulm bis zum Pfänder reichte. Schicht um Schicht lagerte sich so in diesem Becken an, je nach chemischer Zusammensetzung und den jeweiligen klimatischen Bedingungen unterschiedlich in ihrer Konsistenz. Molasse nennen die Geologen heute diese verschiedenartigen Schichten aus abgetragenem Gestein der nördlichen Alpen und wunderbar anzuschauen sind sie bei den Zizenhausener Heidenhöhlen und im Burgtal. Diese Schichten bestehen aus verschiedenen Ausbildungen von Sandstein, vom hellgelben, mittelkörnigen Glimmersandstein mit lagenweise härteren Kalksandlagen bis zum grobkörnigen, dunkleren Sandstein, inklusive eingelagerter Haifischzähne, Muscheln und Schneckengehäuse freigelegt.

Was hat zu ihrer Entstehung geführt?

  • die Entstehung der Alpen durch das Nordwärtsdriften der afrikanischen Platte,
  • ihre 150 km weite Überlagerung der europäischen Platte (geologisch reicht Afrika bis zum Rhonetal inklusive Matterhorn),
  • die Auffaltung des Gebirges und permanente Abtragung der Gesteine, auf nördlicher Alpenseite ins Molassemeer.

Das geschah über Millionen von Jahren mit dem Beginn der erdgeschichtlichen Neuzeit, dem Tertiär, also vor 65 bis 70 Millionen Jahre bis zum Beginn des Quartärs vor ca. 2,6 Millionen Jahren. Steinbrüche für Sandstein gab es beim Heidenbühl, bei Zoznegg und am Nellenberg. Teile der alten Konstanzer Rheinbrücke wurden aus dem "Berlinger Stein" gebaut.

Weitere Informationen

Kontakt Tourist-Info

Tourist - Info Stockach
Kulturzentrum Altes Forstamt
Salmannsweilerstraße 1
78333 Stockach
+49 7771 802-300
+49 7771 802-311
tourist-info(@)stockach.de

Öffnungszeiten

  • Montag bis Freitag
    9:00 Uhr bis 12:00 Uhr
  • Samstag
    10:00 Uhr bis 13:00 Uhr
  • Betriebsferien: 27.12.2017 - 07.01.2018

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