Stockach (Druckversion)

Sonderausstellung: "Erster Weltkrieg, Revolution und Neubeginn. Stockach im Umbruch 1917-1923 (8. Juni-30. Dezember 2018)

Einblick in die Sonderausstellung
Einblick in die Sonderausstellung
Gustav Hotz fotografiert seine Kompagnie mit Gasmasken (ca. 1916), Stadtarchiv Stockach, Bildarchiv Foto Hotz PLc 0181
Gustav Hotz fotografiert seine Kompagnie mit Gasmasken (ca. 1916), Stadtarchiv Stockach, Bildarchiv Foto Hotz PLc 0181
Alltag nach dem Krieg: Nach den Hungerjahren und Verkaufsbeschränkungen herrschte großer Andrang auf frei verkäufliche Lebensmittel, ca. 1920 (Stadtarchiv Stockach, Bildarchiv Foto Hotz, GP 06_068)
Alltag nach dem Krieg: Nach den Hungerjahren und Verkaufsbeschränkungen
herrschte großer Andrang auf frei verkäufliche Lebensmittel, ca. 1920 (Stadtarchiv
Stockach, Bildarchiv Foto Hotz, GP 06_068)

Hoffentlich nimmt dieses Morden bald ein Ende“, schrieb ein Stockacher Soldat Ende 1917 aus Frankreich in die Heimat. Nach vier Jahren immer zermürbenderem Kriegsalltag, nach vielen Toten in den Familien, nach Hungerwinter und Lebensmittelrationierung war seit 1917 die Hoffnung auf einen baldigen Frieden groß. Die Ausstellung macht die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf Stockach und sein Umland deutlich und schildert die Neuorientierung nach Kriegsende.

Im November 1918 war das kleine Stockach ein revolutionäres Zentrum. Ein Arbeiter-, Bauern- und Soldatenrrat diskutierte über die Neuorganisation von Stadt und Land. 1919 kam es sogar zu Arbeiterunruhen.  Erst langsam kehrte politisch Ruhe ein, der wirtschaftliche Aufschwung verlief allerdings schleppe und wurde von der Inflation im Jahr 1923 jäh gebremst.

Bestaunen Sie, welche faszinierenden Kriegs- und Alltagsobjekte sich in Privathaushalten und der Sammlung des Stadtmuseums erhalten haben: Feldgeschirr, Fotoalben und Feldpostbriefe erzählen die Geschichte von Stockacher Soldaten im Weltkrieg. Karten und Karikaturen geben einen Einblick in den Verlauf des Kriegs und die Kriegspropaganda. Zeitungen und Flugblätter machen die Revolution und den Neuanfang deutlich. Alltagsgegenstände und Fundstücke aus der Sammlung des Stadtmuseums lassen Sie in das Leben vor 100 Jahren eintauchen. Und nicht zuletzt machen die Bilder der Stockacher Fotografenfamilie Hotz die Zeit vor dem eigenen Auge lebendig.

Öffentliche Führungen finden zu folgenden Terminen statt:

  • Donnerstag, 21.06.2018, 18 Uhr
  • Dienstag, 31.07.2018, 18 Uhr
  • Dienstag, 28.08.2018, 18 Uhr
  • Sonntag, 30.09.2018, 17:30 Uhr
  • Mittwoch, 24.10.2018, 18 Uhr
  • Montag, 26.11.2018, 18 Uhr
  • Donnerstag, 13.12.2018, 18 Uhr

Tickets: https:/tickets.stockach.de oder im Kulturzentrum „Altes Forstamt“

Die Ausstellung ist Teil der grenzüberschreitenden Ausstellungssreihe zur Zeitenwende 1918/19 in Europa des trinationalen Netzwerk Museen. Insgesamt informieren zeitgleich 30 Ausstellungen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz über den Epochenwechsel vor 100 Jahren. 

Zur Ausstellungsreihe gibt es ein gemeinsames Faltblatt und ab Juli einen gemeinsamen Ausstellungskatalog. Weitere Informationen über alle 30 Ausstellungen bietet die gemeinsame Website des Netzwerkes unter: www.netzwerk-museen.eu

Dauerausstellungen im Stadtmuseum Stockach

Einblick in die Dauerausstellung zur Stadtgeschichte
Einblick in die Dauerausstellung zur Stadtgeschichte
Einblick in die Dauerausstellung der Zizenhausener Terrakotten
Einblick in die Dauerausstellung der Zizenhausener Terrakotten
Zizenhausener Terrakotte: "Der Ärztestreit"
Terrakotte: "Der Ärztestreit"

Stadtgeschichte

Stockachs Stadtgeschichte wird seit 2003 in einem der beiden Dachgeschosse des alten Forstamtes gezeigt. In acht Themeninseln präsentieren wir ihnen kunst- und kulturhistorische Exponate sowie Gegenstände aus dem Alltag vergangener Zeiten. So kann sich der Besucher über die Themen Frühzeit, Herrschaft, Kirche,  Kriege und Revolutionen,  Alltag, Beruf, Vereine und Fasnacht informieren. Die Ausstellungsstücke vermitteln eine Vorstellung vom Leben in der ehemals vorderösterreichischen bzw. badischen Amtsstadt. Bestaunen Sie faszinierende Gemälde, Stockachs erstes Fahrrad und eine Fotoausrüstung aus dem 19. Jahrhundert! 

Zizenhausener Terrakotten

Ein Höhepunkt des Stadtmuseums sind die faszinierenden  „Zizenhausener Terrakotten“. Die Tonfiguren wurden seit 1799 von Anton Sohn (1769-1841 ) und seinen Nachfahren im Ortsteil Zizenhausen angefertigt und europaweit verkauft. 2003 übernahm die Stadt Stockach das beeindruckende Erbe der Künstlerfamilie. In der Ausstellung ist ein Teil der über 700 Terrakotten und 1400 Prägeformen (Model) zu sehen. Mit Hilfe dieser Model konnten die farbenfreudigen Terrakotten bis ins frühe 20. Jahrhundert von den Nachfahren des eigentlichen Bildschöpfers vervielfältig werden.

Unter den ausgestellten Terrakotten finden sich eine Replik des Basler Totentanzes, bissige Karikaturen aus Deutschland und Frankreich, religiöse Szenen, ein Orchester, die Schweizer Kantonstrachten und vieles mehr. Die Figuren beeindrucken durch ihre präzise Ausführung und geben einen Einblick in das Weltbild der Biedermeierzeit. Lassen Sie sich von den fantasievollen und verspielten Motiven begeistern und entdecken Sie allerlei Wissenswertes zur Herstellung und europaweiten Vermarktung der Terrakotten!

http://www.stockach.de/index.php?id=387