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Biotopverbund Offenland

Projektbeschreibung für den Raum Stockach

Neues Amphibiengewässer in Hoppetenzell

Stillgewässer bei Hoppetenzell

Anfang April 2017 haben das UmweltZentrum Stockach und die Heinz Sielmann Stiftung ein neues Amphibiengewässer östlich von Stockach-Hoppetenzell angelegt. Das ca. 500 m² große und bis zu 1,5 m tiefe Stillgewässer liegt innerhalb der Flächenkulisse für den Biotopverbund Baden-Württemberg und bietet künftig wichtige Lebensräume vor allem für Amphibien, Libellen und Vögel. Realisiert wurde die Biotopmaßnahme im Rahmen des derzeit am Bodensee laufenden Interreg-Projekts „Kleingewässer für die Bodenseeregion“, worüber die Neuanlage und Sanierung von Stillgewässern zu 60% aus EU-Mitteln gefördert wird.

Der neue Weiher wurde auf einer Fläche des Forst Baden-Württemberg angelegt, der das Grundstück  für das Naturschutzprojekt zur Verfügung gestellt hat. Aufgrund von zahlreichen natürlichen Wasseraustritten füllte sich der Hoppetenzeller Amphibienteich innerhalb kurzer Zeit. Auch über die Sommermonate war der Wasserstand auf hohem Niveau konstant, sodass die Projektverantwortlichen derzeit von einem ganzjährig hohen Wasserstand ausgehen.
Wenn es zur Amphibienwanderung und Laichzeit im kommenden Frühjahr hoffentlich Interessantes am neuen Teich zu sehen gibt, werden das UmweltZentrum Stockach und die Heinz Sielmann Stiftung das Projekt im Rahmen einer Veranstaltung der Öffentlichkeit vorstellen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Heinz Sielmann Stiftung unter  07771/8798377, sindy.bublitz@sielmann-stiftung.de oder beim UmweltZentrum Stockach unter 07771/4999, info@uz-stockach.de.

Modellprojekt „Biotopverbund Offenland“

Für den dauerhaften Erhalt von Tier- und Pflanzenarten ist die Verbindung ihrer Lebensräume wichtig. In dem vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz geförderten Modellprojekt „Biotopverbund Offenland“ zeigt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg e. V., am Beispiel von zwei Kommunen, wie dauerhafte Verbindungen zwischen artenreichen Biotop-Inseln im Offenland geschaffen werden können. Beispiele für solche Verbindungen sind Blühstreifen und Staudensäume.

Die Stadt Stockach ist – neben Nürtingen im Landkreis Esslingen – eine der zwei ausgewählten  Modellkommunen.

Der Gemeinderat Stockachs hat der Teilnahme an dem Modellprojekt am 27. April 2016 zugestimmt. Die Präsentation zum Projekt können Sie hier als pdf-Datei herunterladen.

Stockach erhält im Rahmen des Projektes - ohne eigenen finanziellen Beitrag - einen Biodiversitätscheck und eine langfristige Planungsgrundlage (Biotopverbundplanung), die zum Beispiel eine höhere Planungssicherheit bei Bauleit- und Flächennutzungsplanung ermöglicht. Zudem bietet die Biotopverbundplanung eine Grundlage für sinnvolle Maßnahmen zur Aufwertung von Natur und Landschaft, die teilweise auch in das städtische Ökokonto gebucht werden können.

Mit der Erstellung der Planung ist das Büro 365° freiraum + umwelt beauftragt worden. Dieses wird in dem Zeitraum von Mai bis August die Lebensräume und die Arten auf der Gemeindefläche Stockachs kartieren. Im Rahmen dessen ist es nicht zu vermeiden, dass Privatgrundstücke durch die Gutachter betreten werden. Bitte haben Sie dafür Verständnis. Natürlich werden die Kartierenden auf die landwirtschaftliche und jagdliche Nutzung der Flächen Rücksicht nehmen. Die Personen können sich als Mitarbeitende des beauftragten Büros 365° ausweisen.

Parallel zur Erstellung des Biodiversitätschecks und der Biotopverbundplanung, die im Herbst 2017 abgeschlossen sein sollen, werden im Rahmen des BUND-Projektes „Biotopverbund Offenland“ Veranstaltungen zur Information und Beteiligung angeboten werden. Landnutzerinnen und Landnutzer, Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden und Behörden werden hierzu gesondert informiert. Bürgerinnen und Bürger können darüber hinaus bei Exkursionen oder bei einer Wanderausstellung das BUND-Projekt erleben.

Kernflächen des Biotopverbundes
Kernflächen des Biotopverbundes

Kernflächen des Biotopverbunds in Stockach

  1. Kulturlandschaft um Hoppetenzell: Reich strukturierte Landschaft mit Magerweiden, Nasswiesen, Bächen mit begleitender Gehölzstruktur, Feldgehölzen und eingestreuten kleinen Röhrichten, Rieden und Sümpfen.
  2. Obstwiesen, Grünland und Nasswiesen in Mahlspüren im Hegau und Münchhöf.
  3. Talhang westlich Stockach mit Mähwiesen, Feuchtweiden, Feldgehölzen und eingestreuten kleinen Röhrichten, Rieden und Sümpfen.
  4. Östlicher Ortsrand Hindelwangen: Talhang mit Mähwiesen, Feldgehölzen und eingestreuten kleinen Röhrichten, Rieden und Sümpfen.
  5. Tal der Mahlspürer Aach mit Feuchtwiesen und Aach mit gewässerbegleitendem Gehölzstreifen, an Talhängen Magerwiesen mit Magerweiden, Feldgehölze und eingestreute kleine Röhrichte, Riede und Sümpfe.
  6. Tal der Stockacher Aach mit gewässerbegleitendem Gehölzstreifen, an Talhang Espasingen Sukzessionsgehölze auf ehemaligen Magerwiesen / Magerrasen.
  7. Schanderied mit Streuwiesen, Röhrichten, Rieden, Sümpfen und Sumpfwald.

Weitere Informationen

Projekt Biotopverbund

Kontakt im Rathaus:
Harald Schweikl
Bauverwaltung
Stadtbauamt
Adenauerstraße 4
78333 Stockach
+49 7771 802-147
h.schweikl(@)stockach.de

Internetseite des BUND
Biotopverbund Offenland

UmweltZentrum Stockach
Gaswerkstraße 17
78333 Stockach
+49 07771 4999
info(@)uz-stockach.de
Internetseite des UZ