Stockach blickt auf eine über 900-jährige Geschichte zurück – geprägt von der Nellenburg, seiner Rolle als Verwaltungszentrum und seiner Lage an wichtigen Handelswegen.
Das Stadtwappen
Das Stadtwappen von Stockach wurde der Stadt 1898 verliehen.
In goldenem Schild enthält es einen silbernen Schrägbalken, belegt mit einem gestümmelten roten Ast, was den Stock in dem Bach Aach darstellt. Zwei blaue Hirschstangen, die Geweihe aus dem Wappen der Grafschaft Nellenburg, liegen jeweils ober- und unterhalb des Schrägbalkens.
Das älteste Stadtsiegel stammt aus dem Jahr 1472. Es zeigte den bis heute gebräuchlichen Baumstamm - eine Anspielung auf den Ortsnamen, der hier von einem Stock abgeleitet wurde.
Historische Momente
Fotoarchiv Hotz
Die Geschichte von Stockach ist eng mit der Nellenburg verbunden. Im Laufe der Zeit wurde Stockach zu einem bedeutenden Handels- und Verkehrsknotenpunkt. Trotz Kriegen und Notzeiten entwickelte sich die Stadt kontinuierlich weiter.
Seit Beginn des 19. Jahrhunderts gab es immer wieder Wechsel in den Herrschaftsverhältnissen und Verwaltungsbezirken. Heute ist Stockach Hauptort seiner zehn Ortsteile und zugleich Mittelzentrum für die benachbarten Gemeinden.
Die Stadt verbindet ihre traditionsreiche Geschichte mit einem offenen Blick in die Zukunft. Brauchtum und Traditionen wie die Stockacher Fasnacht inklusive Stockacher Narrengericht oder das Stadtfest Schweizer Feiertag prägen das kulturelle Leben ebenso wie kreative Ideen und moderne Ideen zur Stadtentwicklungen. Ein vielfältiges Kulturangebot, eine lebendige Vereinslandschaft und engagierte Bürgerinnen und Bürger machen Stockach zu einer lebens- und liebenswerten Stadt.
Geschichte zum Ausklappen
Bis 1465
Nachdem historische Funde bereits auf die Anwesenheit der Römer und Kelten hindeuten, wird Stockach als kleine Siedlung am Fuße des Burgberges der Nellenburg erstmals 1150 urkundlich erwähnt.
Seit 1283 offiziell als Stadt belegt, gewinnt Stockach im Mittelalter vor allem als Gerichts- und Verwaltungssitz der Landgrafschaft Nellenburg an Bedeutung – begünstigt durch die Lage an wichtigen Verkehrswegen.
1465–1499: Aufstieg unter den Habsburgern
Im Jahr 1465 geht die Grafschaft durch einen Kauf an die Habsburger über. In der Folge entwickelt sich Stockach schnell zu einem bedeutenden Verwaltungszentrum Vorderösterreichs im Hegau. Bereits im frühen 16. Jahrhundert verfügt die Stadt über eine wichtige Poststation entlang zentraler europäischer Handelsrouten – darunter Verbindungen zwischen Wien und Paris, Stuttgart und Zürich sowie Ulm und Basel.
Doch auch Stockach bleibt nicht von den Wirren der Zeit verschont: Während des Schweizerkriegs (auch Schwabenkrieg genannt) wird die befestigte Stadt im Jahr 1499 von eidgenössischen Truppen belagert – jedoch ohne Erfolg.
1499–1770: Kriege, Zerstörung und Wiederaufbau
Bis heute erinnert Stockach mit dem jährlich gefeierten Schweizerfeiertag an die Ereignisse vergangener Jahrhunderte. Doch die Geschichte der Stadt bleibt von Krisen geprägt: Der Bauernkrieg von 1524/25 sowie der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) setzen Stockach und seiner Bevölkerung schwer zu.
Die größte Zerstörung erlebt die Stadt jedoch im Jahr 1704 während des Spanischen Erbfolgekriegs. Auf Befehl des bayerischen Kurfürsten Max Emanuel II. wird Stockach nahezu vollständig niedergebrannt.
Ein Zeichen des Wiederaufbaus und neuer Bedeutung folgt im Jahr 1770: Marie Antoinette, Tochter von Kaiserin Maria Theresia, macht auf ihrer Brautfahrt von Wien nach Frankreich Halt im wiederaufgebauten Stockach.
1799–1805: Kriege und Umbrüche rund um Stockach
Auch die folgenden napoleonischen Kriege erreichen die Region um Stockach. Im Jahr 1799 erringt Österreich in der „Schlacht von Stockach“ bei Liptingen einen Sieg über französische Truppen. Aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage ist die Stadt über Jahre hinweg gezwungen, zahlreiche durchziehende Soldaten zu versorgen und unterzubringen.
1805–1867: Politischer Wandel und wirtschaftlicher Neuanfang
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts werden die österreichischen Besitzungen in Südwestdeutschland neu geordnet: Stockach fällt 1805 zunächst an Württemberg und wird 1810 Teil Badens. Als großherzoglicher Verwaltungssitz beherbergt die Stadt wichtige Behörden für die umliegenden Gemeinden.
Gleichzeitig verändert sich die Wirtschaftsstruktur grundlegend. Traditionelle Handwerksbetriebe und die bäuerlich geprägte Wirtschaft verlieren an Bedeutung, während sich Stockach schrittweise zu einem Industriestandort entwickelt. Einen wichtigen Impuls erhält diese Entwicklung durch den Eisenbahnanschluss im Jahr 1867.
1867–1939: Industrialisierung und Wachstum
Mit der Gründung der Unternehmen Schiesser (Textilien) im Jahr 1890 und Fahr (Maschinenbau) im Jahr 1891 entstehen florierende Industriebetriebe. Trotz der Opfer, die Revolutionen und Kriege im 19. und 20. Jahrhundert fordern, erlebt Stockach wirtschaftlichen Aufschwung. Die Stadt wächst kontinuierlich und die Bevölkerungszahl steigt deutlich an.
1939–1973: Verwaltungsreformen und Stadtentwicklung
Im Jahr 1939 wird Stockach Kreisstadt und damit Verwaltungssitz eines Landkreises. Dieser Status bleibt auch nach der Gründung des Bundeslandes Baden-Württemberg im Jahr 1952 bestehen. Erst die Kreisreform von 1973 führt zur Auflösung des Landkreises Stockach; die Stadt gehört seit diesem Zeitpunkt zum Landkreis Konstanz.
Im Zuge dieser Reform wird Stockach bis 1975 um mehrere Ortsteile erweitert: Espasingen, Hindelwangen, Hoppetenzell, Mahlspüren im Hegau, Mahlspüren im Tal – Seelfingen, Raithaslach, Wahlwies, Winterspüren und Zizenhausen. Heute umfasst die Stadt rund 18.000 Einwohner auf einer Fläche von etwa 69 km².
Ab 1975: Stockach als Sitz der Verwaltungsgemeinschaft & Mittelzentrum
Zur Verwaltungsgemeinschaft gehören die umliegenden Gemeinden:
Stockach ist nicht nur eine Stadt mit attraktiven Arbeitsplätzen, einem breiten Schulangebot, vielseitiger Vereinslandschaft und einem weitläufigen Naherholungsgebiet, sondern bietet ein breitgefächertes kulturelles Anziehungspunkt.
Foto: Stadt Stockach
Historischer Stadtrundgang
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